Selten habe ich so viel Rückmeldung erhalten wie auf den Beitrag über die Kita Pittiplatsch. Für eine kleine Ortsseite ist es bemerkenswert, wenn ein einzelner Artikel mehr als fünftausend Aufrufe erzielt. Diese Resonanz hat mich entsprechend überrascht – zumal mich plötzlich Menschen ansprachen, die ich noch nie zuvor gesehen hatte und die sich für meine Zeilen bedankten. Dass der Beitrag im Rathaus weniger gut ankam, war allerdings erwartbar. Verwundert hat mich jedoch, dass dabei ausgerechnet der Begriff Familienfreundlichkeit im Zusammenhang mit der Stadt Jüterbog fiel.
Wie familienfreundlich eine Kommune wahrgenommen wird, lässt sich auch an nüchternen Zahlen ablesen. Das Medianalter der Jüterboger Bevölkerung liegt bei fast 52 Jahren, und die Gruppe der sogenannten Elternjahrgänge – also die 24- bis 37-Jährigen – macht mit rund 13 Prozent nur einen relativ kleinen Teil der Einwohner aus. Für eine Stadt, die junge Familien halten oder anziehen möchte, ist das ein eher schwacher Wert.
„Das erste, das der Mensch im Leben vorfindet, das letzte, wonach er die Hand ausstreckt, das kostbarste, was er im Leben besitzt, ist die Familie.“
Adolph Kolping, Wegbereiter für die katholische Sozialbewegung
Hohe Kosten für Familien
Die Gründe dafür, dass Familien sich oft für andere Wohnorte entscheiden, sind vielfältig. Kita- und Hortbeiträge fallen ins Gewicht, ebenso die Kosten für das Schulessen. Auch der Nahverkehr ist schlecht ausgebaut und teuer – im Gegensatz zu Städten wie Berlin, wo Familien für viele dieser Leistungen nichts oder deutlich weniger zahlen. Hinzu kommen die angespannte Versorgungslage bei Kinderärzten sowie der höchste Grundsteuer-Hebesatz im gesamten Landkreis Teltow-Fläming. Wegen der unzureichenden Verkehrsverbindungen sind viele Familien zudem auf ein bis zwei Autos angewiesen, was die Lebenshaltungskosten weiter erhöht. Insgesamt ist es für Familien in Jüterbog schlicht teurer, Kinder großzuziehen. Eine gewisse Hoffnung besteht immerhin darin, dass der Zustand von Kitas und Schulen sich durch das neue Sondervermögen des Bundes künftig verbessern könnte.
Blick nach Norden: Wie es auch gehen kann
Der demografische Wandel betrifft nicht nur Deutschland. Viele Industrienationen kämpfen mit sinkenden Geburtenzahlen – gehen jedoch unterschiedlich damit um.

Ein Blick nach Dänemark zeigt, wie es anders geht: Dort werden Familien als Zukunftsressource verstanden, nicht als Kostenstelle. Bildung, Kultur und Sport bilden die tragenden Säulen dieses Gedankens. Familien werden aktiv in das gesellschaftliche Leben eingebunden.
Ein Beispiel: Lemvig, eine dänische Stadt etwa halb so groß wie Jüterbog, verwandelt ihre Innenstadt nicht in Parkplätze, sondern in Lebensräume. Zwischen Geschäften stehen Sport- und Klettergeräte, Buddelkästen, ein Tischkicker direkt vor dem Rathaus und eine Tischtennisplatte samt Zubehör an der Kirche. Das erhöht die Aufenthaltsqualität enorm – wovon letztlich auch der Einzelhandel profitiert. Ergänzt wird das Angebot durch einen großen Skatepark sowie ein modernes Mitmach-Museum am Rand der Innenstadt.
Dieses Prinzip zieht sich durch das ganze Land und schafft Orte, an denen Menschen gern Zeit miteinander verbringen – anstatt abends direkt nach Hause zu verschwinden. Im Vergleich dazu wirkt das Stadtleben in Jüterbog oft so, als würden um 18 Uhr die Bordsteine hochgeklappt und das öffentliche Leben zum Erliegen kommen.

Neuer Jugendbeirat mit viel Verantwortung
Umso erfreulicher ist es, dass es erneut gelungen ist, einen Jugendbeirat zu konstituieren. Auch wenn letztlich nur ein kleiner Teil der Jugendlichen gewählt wurde, die zuvor in zahlreichen Workshops zusammengekommen waren, bleibt doch die Hoffnung, dass die neuen Mitglieder über politische Lager hinweg Verantwortung übernehmen. Sie haben jetzt die Möglichkeit zu zeigen, dass sie im Sinne der gesamten jungen Generation arbeiten können. Entscheidend wird sein, die Vielfalt der Jugendlichen in Jüterbog ernst zu nehmen und ihre unterschiedlichen Interessen und Bedürfnisse zu berücksichtigen. Gerade in einer Zeit spürbarer gesellschaftlicher Spannungen braucht es ein Gremium, das Brücken baut, Dialoge und die Vielfalt fördert sowie die Anliegen aller Jugendlichen sichtbar macht. Wenn der Jugendbeirat diese Rolle ausfüllt, könnte er zu einem wichtigen Baustein für eine lebendigere, familienfreundlichere und zukunftsorientierte Stadtentwicklung werden.
Hättest einfach Schlafstadt geschrieben, mehr ist Jüterbog nicht mehr. Schafstadt würde auch passen…..
Allein die Entscheidung, die Glühwürmchen an den Neumarkt zu verlegen, zeigt doch, wie wenig die Stadtoberen sich für die Familien interessieren. Alles wird über die Menschen hinweg entschieden.
Der trostlose Anblick vom Marktplatz ist uns auch schon oft ins Auge gestochen. Ich würde da gern große Pflanzkübel und diese coolen Liegebänke sehen. Zu den Festen können die dann an die Seite geschoben werden.
Wasserspiele wären auch schon, so ein großer Springbrunnen. Im Hochsommer ist es immer verdammt heiß auf dem Platz. Und vielleicht auch weniger Autos. Von den Straßen drumherum könnten die beiden Nord-Süd-Verbindungen für den Durchgangsverkehr gesperrt werden. Dann wäre nicht immer solch ein Krach und weniger Gestank.
Warum nicht gleich ne riesige Poolanlage mit verschiedensten Becken. In der Mitte natürlich noch ne große Cocktailbar.
Lasst uns einen Subotnik ansetzen. Der Bauhof stellt das Material und dann weg mit den Pflastersteinen und wir kommen dann bestimmt auch ins Fernsehen.
Mehr Touristen oder Meer Touristen. Egal, unsere Geldquelle wird sprudeln. Zum Glück hat die Bürgermeisterin oder dann Bademeisterin bereits die richtige Badekappe gefunden.
Ist eher eine Tarnkappe für Probleme jeglicher Art.
Auf jeden Fall mehr Pflanzen. Der Platz braucht mehr Grün. Vielleicht auch Gemüse- und Kräuterbeete, wo ein jeder zugreifen kann.
Wann und wie wurde eigentlich dieser Jugendbeirat gewählt? Meine Tochter meint, auf dem Gymnasium gab es keinerlei Informationen dazu und aus ihrer Schule wäre auch niemand dabei. Irgendwie komisch.
Im Stadt-Chat hat jemand geschrieben, daß sich am vorletzten Donnerstag wohl eine Stadtverordnete mit ein paar Jugendlichen in Kloster Zinna getroffen hatte, um dort die Zusammensetzung und die Ausrichtung des Beirates zu besprechen.
Ob das eine zielführende Maßnahme ist, muss jeder selbst bewerten. Ich denke jedoch, daß der Aufwand für eine richtige Wahl an allen Schulen zu hoch wäre.
Dann muss sich wenigstens niemand im Rathaus Sorgen machen. Wäre auch schrecklich plötzlich aufmüpfige Gören um sich herum zu haben.
Ist wie zu DDR-Zeiten, als die Lehrerin durch die Reihen gegangen ist, um Linientreue zu bestimmen, die dann zu wählen waren. Wir entwickeln uns gerade ganz schön zurück und viele Beklatschen das auch noch.
Ich würde gern hier bleiben, aber für Familien ist es gerade echt schwierig. Alles wird immer teurer und die Spirale scheint sich immer schneller zu drehen. Und für gutbezahlte Jobs muss man nach Potsdam oder Berlin pendeln oder eben wegziehen. Und das hat auch nicht unbedingt was mit Jüterbog zu tun. Die Situation dürfte in Luckenwalde oder Trebbin kaum anders sein. Von den Dörfern will ich gar nicht erst anfangen.
Ein guter Auftakt war doch Jütopia: Es braucht klare Signale und konkrete Verbesserungen — z. B. günstigere Betreuungsangebote, bessere ÖPNV‑Anbindung, größere Investitionen in Kinder- und Jugendarbeit und mehr Nähe der Stadtvertreter zu den Einwohnern — damit sich junge Familien in Jüterbog willkommen fühlen und nicht vorbeiziehen.
Wo gibt es denn Informationen, wie das letzten Samstag gelaufen ist? Ich kann dazu nirgends was finden.
Jüterbog – jene charmant verschlafene Perle Brandenburgs, die jede Landkarte nur zögert, überhaupt zu erwähnen. Hier kostet das Leben gefühlt so viel wie in einer Metropole, nur dass man statt Skyline eben endlose Felder und den obligatorischen (und nun auch ganz neuen) Netto-Parkplatz bewundert. Die Einwohner tragen die kommunalen Lasten tapfer wie mittelalterliche Pilger, nur ohne die Aussicht auf Wunder am Wegesrand.
Wer hier mobil sein will, braucht vor allem Geduld: Busse fahren nach dem Motto „Wir kommen, wenn wir kommen“, und wer einen Zug erwischt, darf sich glücklich schätzen, sofern er nicht wieder durch mysteriöse „betriebsbedingte Gründe“ verschwindet. Arbeit gibt es natürlich auch – wenn man sich unter Arbeit schlecht bezahlte Jobs vorstellt, bei denen die größte Herausforderung ist, die Motivation zwischen zwei Schichten nicht zu verlieren.
Kulturell wirkt Jüterbog wie in Watte gepackt: gedämpft, farblos und viel zu still. Kinos? Diskotheken? Ach was – wozu denn auch, wenn man die Stille der Nacht haben kann? Die Jugend sitzt derweil am Bahnhof auf Bänken herum, als hätten sie kollektiv vergessen, wohin ihr Weg eigentlich führen sollte. Orientierungslosigkeit ist hier kein vorübergehender Zustand, sondern so etwas wie ein inoffizielles Stadtwappen.
Kurz: Jüterbog ist ein Ort, der viel Platz für Träume lässt – vielleicht auch deshalb, weil die Realität hier meist recht wenig bietet.
auf den Punkt gebracht …
… und die höchste Eskalationsstufe ist erreicht, wenn es bei Toom mal wieder Angebote gibt.
Wir wollen das die Glühwürmchen da bleiben wo sie sind.
NIENMALS zum Neumarkt.
Der ehemalige Bürgermeister meinte mal, daß es mit dem Auto gar nicht so weit wäre. Er verstand nur nicht, daß nicht jedem ein Auto zur Verfügung steht. Die Folge wird wohl sein, daß viele Kinder nicht mehr in die Kita gehen. Da wird dann passenderweise gleich der Bedarf gesenkt.
Stillstand ist doch Teil des Stadtkonzept s. Wer sich nicht bewegt, macht am Ende auch nicht viel verkehrt.
Jüterbog war, ist und bleibt eine Assi-Stadt.
Die Stadt selbst ist doch ganz nett. Das Problem sind doch eher die Menschen… 🤭
Die Ausrichtung der Stadt setzt nicht auf die Interessen der Einwohner sondern einzig auf den Machterhalt. Da stehen ebenso die Bedürfnisse von Familien hinten an. Dies ist sehr schade, weil die Kinder nur einmal Kind sind.
Ideen gibt es in der interessierten Bevölkerung bestimmt viele, doch vielleicht sollte man diese zuerst auf Umsetzbarkeit prüfen, bevor man langwierig über Luftschlösser debattiert.
Ja, ein Brunnen auf dem Marktplatz ist im Sommer sicherlich eine erfrischende Spieloase für Kinder. Dazu sollte aber langfristig vorab geklärt sein, wer die Erstellungs- und Unterhaltungskosten trägt. Wie wir alle wissen ist Jüterbog genauso verschuldet wie alle anderen Kommunen in unserem Land.
Straßen zu sperren, damit das Zentrum verkehrsberuhigt wird, ist der Tod jeder Kleinstadt. Kleinstädte leben zu 90% von der ländlichen Bevölkerung aus dem umliegenden Gemeinden. Sie wollen zum Arzt, in die Apotheke, zum Optiker, zur Post, Bank, Sparkasse, Reinigung, Blumenladen und ein- bis zweimal die Woche in den Supermarkt. In Großstädten sieht das anders aus, weil dort eine Infrastruktur im Nahverkehr als Alternative geboten werden kann. So kann man großzügige Parkplätze am Stadtrand schaffen und sich mit Bus, U- und Straßenbahn innerhalb der Stadt fortbewegen. Kleinstädte leben größtenteils von der sie umgebenden ländlichen Bevölkerung, deshalb muss zuerst ein Mobilitätskonzept entwickelt werden, um der Landbevölkerung eine Alternative zum Auto bieten zu können. Wenn dies funktioniert, kann man beginnen den Stadtverkehr autofahrerunfreundlich zu gestalten. Deshalb verstehe ich auch nicht die Verkehrsplaner von Jüterbog, die seit Jahren die Stadt für autofahrende Anwohner und Tagesbesucher immer ungemütlicher umgestaltet ohne auf deren Bedürfnisse an Mobilität einzugehen. Der Einwurf, dass der Stadtbus da ist, wenn er halt mal kommt, ist leider nun einmal so. Aber daran sind nicht die Busfahrer schuld, sondern m.E., dass in den schmalen Hauptverkehrsadern der Stadt gleichzeitig geparkt werden darf. Die Hauptverkehrsader, die Fernverkehrsstr. 102, geht über den Bahnhof, Schloßstr., Richtung Neumarkt. Auf dem letzten Stück der Schloßstr. Richtung Ecke Schillerstr. parken immer wieder Anwohner und blockieren so den ganzen Durchgangsverkehr an Bussen und LKW’s, so dass diese dort täglich mehrere Minuten Fahrzeit verlieren. Dass man als Anwohner gern direkt vor dem Haus parken möchte, wenn man keinen Hof oder Garage sein eigen nennt, kann man ihnen auch nicht übel nehmen. Ebenso ist es in der Pferdestr. Dort gibt es Ärzte, Zahnärzte und ein paar wenige Einkaufsmöglichkeiten, aber durch die Straßenerneuerung sind viele Parkplätze verschwunden und so kommt es täglich vor, dass man mal nur „ganz kurz“ in 2. Reihe parkt, um nur mal „ganz kurz“ etwas zu erledigen. Und schon kommt kein Bus mehr durch, wenn gerade ein Auto von vorn kommt. Der gleiche tägliche Stau durch das Zuparken einer Straßenseite befindet sich in den Fuchsbergen, wobei hier fast alle Anlieger ein eigenes Grundstück haben, wo man parken könnte ohne den durchfließenden Verkehr zu blockieren. Fließender Verkehr bedeutet weniger Standzeit, weniger Abgase und entspanntere Kraftfahrer.
Bei dem Hinweis „ein Kino wäre schön“, möchte ich daran erinnern, dass vor gar nicht allzu langer Zeit ein neugebautes Kino schließen musste, weil die 4 – 6 Besucher je Abend nicht einmal die Stromkosten eingespielt hatten.
Trotz allem möchte ich aber sagen, dass Jüterbog ein schönes Stadtzentrum hat und es würde mich sehr freuen, wenn es interessierten Mitbürger gelingen würde es mit Ideen und Engagement wiederzubeleben.
Eine schöne Innenstadt bringt nur keine gutbezahlten Jobs. Mich würde da einfach mal interessieren, wie viele jeden Morgen wegen der Arbeit die Stadt verlassen.
Auch die Idee, dass man „das Auto doch einfach am Stadtrand stehen lassen könne“, funktioniert in Jüterbog schlicht nicht. Die Parkplätze in Bahnhofsnähe sind voll, Alternativen fehlen und der Stadtbus kann die Feinverteilung nicht leisten – schon allein, weil er zu unregelmäßig fährt. Mobilitätskonzepte funktionieren nur dann, wenn sie vorher stehen, nicht als Beifang nach einer Umgestaltung.
Den Stadtverordneten fehlen einfach Ideen und Konzepte, um aus der Stadt was zu machen. Es bleibt trostlos, weil einfach nichts passiert.
Die Bürgermeisterin und ihr Vertreter haben das große Glück, die Stadt abends immer wieder verlassen und nach Luckenwalde nach Hause zurückkehren zu dürfen. Da müssen sie das trostlose Abendprogramm in Jüterbog nicht mit ansehen.
Wahrscheinlich sehen sie daher auch nicht die Probleme.